Antikes Glas

Das Landesmuseum Württemberg verfügt über eine der bedeutendsten Glassammlungen der Welt. Der größte Teil der Gläser stammt aus der Sammlung des gebürtigen Stuttgarters Ernesto Wolf, die das Landesmuseum zwischen 1991 und 2003 erwarb.
Die antiken Gläser weisen eine enorme Bandbreite auf, die es erlaubt, die Glasgeschichte von ihren Anfängen bis in die spätrömische und byzantinische Zeit zu zeigen. Die ältesten Objekte aus dem westasiatischen Raum reichen bis in die Bronzezeit zurück. Ägyptische Gefäße zeugen von der ersten Hochblüte der Glasherstellung. Farbenprächtige Gefäße gehörten zum Tafelluxus der hellenistischen und frührömischen Zeit. Die Erfindung der Glasmacherpfeife im 1. Jahrhundert vor Christus erlaubte die Herstellung neuartiger Gefäßtypen; die Formenvielfalt  römischer und byzantinischer Glaskunst wird in der Ausstellung eindruckvoll vor Augen geführt.
 
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Krateriskos

Krateriskos

Fundort unbekannt, 14. Dynastie, Mitte 14. Jh. v. Chr.

Das Gefäß ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Hochblüte der Glasmacherkunst des Alten Ägyptens. Glas galt zu dieser Zeit als besondere Kostbarkeit und war nur für die wohlhabende Oberschicht erschwinglich. In solchen kleinen, kunstvoll gestalteten Gefäßen wie dem Krateriskos bewahrte man parfümierte Öle, duftende Salben und Kosmetika auf.

Archämenidischer Lotuskelchbecher

Achämenidischer Lotuskelchbecher

Fundort unbekannt, 1. Hälfte 4. Jh. v. Chr.

Zu den Luxus-Trinkgefäßen gehörte dieser unversehrte Lotuskelchbecher aus Glas wie Funde von Fragmenten identischer Gefäße im so genannten Schatzhaus der Residenz der persischen Großkönige in Persepolis belegen. Reliefs in der dortigen Audienzhalle zeigen wie Gefäße solchen Typs dem König als Tributgabe überbracht wurden.

Römische Rippenschale

Römische Rippenschale

Vermutlich aus Canosa/Italien, Mitte 1. Jh. n. Chr.

Auf den ersten Blick scheint die Rippenschale aus Serpentin zu bestehen, jedoch handelt es sich dabei tatsächlich um Glas. Mosaikglasschalen zeugen vom außerordentlichen Können der antiken Glasmacher. Sie waren ein beliebtes Gut der hellenistischen und römischen Oberschicht und Bestandteil des Tafelluxus.