BRONZEZEIT

Die Bronzezeit (ca. 2200 bis 800 v. Chr.) ist einer der faszinierendsten Abschnitte der europäischen Vorgeschichte. Die Herstellung und der Handel mit dem neuen, goldglänzenden Metall führte zu bis dahin nie gekannten Veränderungen im Zusammenleben der Menschen. Innerhalb von 1500 Jahren bildeten sich von den Britischen Inseln bis nach Griechenland hierarchisch gegliederte Gesellschaften heraus. Von den Bedürfnissen und der Kunstfertigkeit der bronzezeitlichen Bevölkerung Südwestdeutschlands, von Wagenfahrern, Kriegern und Bronzegießern zeugt eine überwältigende Anzahl hervorragend gearbeiteter Waffen, Schmuck- und Gebrauchsgegenstände aus Bronze, die uns vor allem in Grabfunden überliefert sind. Gegenstände aus weit entfernt liegenden Regionen, wie der aus Mitteldeutschland stammende Dolch von Döttingen, sind Indizien eines europaweiten Güteraustausches vor 4000 Jahren.

Vollgriffdolch

Vollgriffdolch von Döttingen

Frühbronzezeit, um 2000 v. Chr.

Der Griff des Dolches von Döttingen ist massiv gegossen und nicht hohl aus zwei Hälften zusammengenietet, wie diejenigen aus Mitteldeutschland. Dort zählen diese Stücke zu den Leitformen der „Aunjetitzer Kultur“. Vollgriffdolche sind in Süd- deutschland sehr selten. Sie wurden wie die so genannten Stabdolche oft rituell in Gewässern oder Mooren versenkt.

Deichselaufsatz

Deichselaufsatz aus dem Wagengrab von Königsbronn

Späte Bronzezeit, 1300 bis 1100 v. Chr.

Einen Glanzpunkt der bronzezeitlichen Sammlungen bilden die Funde aus dem Brandgrab von Königsbronn, einer der frühesten Bestattungen mit Wagen und Pferdezaumzeug in Mitteleuropa. Die Wagen- beschläge und das Zaumzeug sind durch das Scheiterhaufen- feuer stark deformiert. Die mit einem Vögelchen verzierte Tülle saß vermutlich an der Deichsel des vierrädrigen Prunkwagens.


Schmuckensemble

Schmuckensemble aus einem Grabhügel bei Groß- engstingen

Mittelbronzezeit, 1600 bis 1300 v. Chr.

Im Verlauf der Mittelbronzezeit nahm der Frauenschmuck ausgesprochenen Prunkcharakter an. Die „Dame“ aus Groß- engstingen trug einen Bernsteinanhänger und ein Kollier aus „Stachelscheiben“, die ebenso wie die mit Sanduhrmuster verzierten Nadeln zur typischen Tracht auf der Schwäbischen Alb gehörten. Der heute grün oxydierte Schmuck glänzte ursprünglich goldfarben.