Kunstkammer

WICHTIGER HINWEIS: Wegen Umbaumaßnahmen sind der 1. Stock, der 2. Stock und der Kunstkammerturm geschlossen. Die Kunstwerke der württembergischen Kunstkammer und der Kronschatz sind in einer Interimsausstellung im Erdgeschoss des Alten Schlosses zu besichtigen. ...mehr

Die Kunstkammer der württembergischen Herzöge ist im Südostturm des Alten Schlosses untergebracht. Sie bildet gewissermaßen das Herz des Landesmuseums Württemberg. Ihre früheste Erwähnung 1596 fällt in die Regierungszeit Herzog Friedrichs I.. Unter ihm und seinem Nachfolger galt der Stuttgarter Hof als einer der glänzendsten in Deutschland. Eine repräsentative Kunstkammer, damals ein Prestigeobjekt, durfte hier natürlich nicht fehlen. Phantasievoll ersonnene kunsthandwerkliche Arbeiten höchster Virtuosität, gleichsam Wunder aus Menschenhand, wetteifern mit Wundern der Natur, etwa seltenen Muscheln, Straußeneiern oder Kokosnüssen. Indem ein Fürst solche exotischen, aus weiter Ferne nach Europa transportiertem Kostbarkeiten in seine Sammlung einreihte, hatte er indirekt teil an der Erforschung der Welt und dem stetig wachsenden Wissen über sie.

Stuttgarter Kartenspiel

Stuttgarter Kartenspiel

Basel (?), 1427/31

Das „Stuttgarter Kartenspiel“ ist um 1430 am Oberrhein, vielleicht in Basel, entstanden. Es ist nicht nur das älteste erhaltene Kartenspiel überhaupt, sondern auch eines der schönsten und aufwändigsten. Die an Buchmalerei erinnernde kostbare Ausstattung weist auf einen sehr vornehmen Auftraggeber hin.

Aztekischer Federschild

Aztekischer Federschild

Mexiko, vor 1521

Nach der Eroberung des Aztekenreiches durch die Spanier 1521 wurden Federarbeiten in großer Zahl nach Europa verschifft. Weltweit haben sich nur vier aztekische Federschilde erhalten, zwei davon in Stuttgart, in der Kunstkammer der Herzöge von Württemberg. Schon 1599 sind sie hier nachgewiesen.

Muschelschale aus Jade

Muschelschale aus Jade

Werkstatt des Girolamo Miseroni, Mailand, spätes 16. Jh.

Alle namhaften Höfe Europas wetteiferten im 16. Jahrhundert darin, ausgefallene Steinschnitt- arbeiten zu erwerben und in ihren Kunstkammern zur Schau zu stellen. Die raffinierte Jadeschale – ein enges Vergleichsstück besaß Kaiser Rudolf II. in Wien – stammt aus der Mailänder Werkstatt der Miseroni.

Musiktisch

Musiktisch

Sebastian Rottenburger, Caspar von der Sitt und Giuseppe Biffi, Stuttgart, 1599

Der Musiktisch mit dem auf Herzog Friedrich, den Auftraggeber, abgestimmten Lobgesang auf der Platte war ursprünglich in der Mitte der herzoglichen Kunstkammer, also an prominentester Stelle aufgestellt. Die ganz unterschiedliche Herkunft der beteiligten Künstler ist ein Beleg für die Internationalität der damaligen Hofkunst.

Pfeife rauchender Bauer

Pfeife rauchender Bauer

Niederlande, Mitte 17. Jh.

Diese Bronze, „ein Bäuerlein, so ein Tobacktrinker und zumals sein Notdurft verricht“, avancierte auf Wunsch Herzog Eberhard III. zur Symbolfigur der Kunstkammer. Sie war sicher lustig anzuschauen, denn „wan man ein rauchkerz darunter stellt [in den Sockel], bläst er [der Bauer] an unter- schiedlichen Orten den rauch von sich“.