Moderne Glasmalerei

Hans Gottfried von Stockhausen (geb. 1920) gelang es, nicht nur der architekturgebundenen Glasfenstergestaltung einen neuen Stellenwert zu geben. Der Künstler wandte sich auch dem Glasbild im kleinen Format zu, das er als eine eigene Gattung behandelte. Von 1968 bis 1985, während seiner Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, entstanden viele solcher freien, von keinem Auftrag bestimmten Bilderfindungen in Glas. Das transluzide Material selbst diente als Inspirationsquelle. Idee und Ausführung der Glasbilder lagen stets in der Hand des Künstlers. Stockhausens eindrucksvolle Werke wurden zusammen mit denen seiner Schüler in ihrer Unverwechselbarkeit als „Stuttgarter Schule“ weltweit bekannt.

Glasbild „Daphne“

Hans G. von Stockhausen, Buoch, 1986

Neben freien Themen und solchen mit religiösem Inhalt greift von Stockhausen gerne auf Sujets aus der antiken Mythologie zurück. So auch hier, wo Daphne im Moment der Verwandlung in einen Baum dargestellt ist.