Musikinstrumentensammlung

Die umfangreiche Sammlung an Musikinstrumenten ist im ehemaligen Fruchtkasten, einem Kornspeicher, gegenüber dem Alten Schloss ausgestellt. Auf vier Etagen werden Instrumente vom 16. bis zum 20. Jahrhundert gezeigt. Angefangen mit den frühen Saitenklavieren wie Clavichord und Cembalo liegt der Schwerpunkt auf Tasteninstrumenten. Hervorzuheben ist die vorzügliche Sammlung früher Hammerflügel mit Beispielen von J.A. Stein, A. Walter, N. Streicher und C. Graf. Die ausgestellten Orchesterinstrumente des 19. Jahrhunderts verdeutlichen die Veränderungen in der Musikkultur dieser Zeit. Eine weitere Abteilung widmet sich Geräten zur Musikkonservierung und -reproduktion. Sie reicht von Stiftwalzeninstrumenten bis zu Phonographen und Musikboxen.
Im Fruchtkasten werden einzelne Instrumente bei Führungen und Konzerten auch zum Klingen gebracht. Hörstationen bieten dem Einzelbesucher Klangbeispiele.

AKTUELLER HINWEIS: Große Landesausstellung „Freud und Leid in Dur und Moll. Musikkultur in Baden-Württemberg“ vom 16. April bis zum 12. September 2010 im Fruchtkasten am Schillerplatz in Stuttgart.

Cembalo

Cembalo

Italien, 17. Jh.

Das sehr gut erhaltene italienische Cembalo des 17. Jahrhunderts erhielt im 18. Jahrhundert ein neues Gehäuse mit modischen Chinoiserien: Der grün lackierte Kasten ist mit Relieflackmalerei versehen, die in Gold, Rot und Braun ausgeführte chinesische Flusslandschaften mit Gebäuden und Figuren zeigt.

Hackbrett

Hackbrett

Frankreich, um 1765

Hackbretter – dieses entstand um 1765 in Frankreich – dienten Jahrhunderte lang als Bettler- und Vaganteninstrument. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Hackbrett im Rahmen der Schäfermode für einige Jahrzehnte zu einem beliebten höfischen Instrument, das nun prunkvoll ausgestattet wurde.

Hammerflügel

Hammerflügel

Johann Andreas Stein, Augsburg, um 1780

Der Augsburger Johannes Andreas Stein gehört zu den besten Hammerflügelbauern des 18. Jahrhunderts. Seine Instrumente – das Stuttgarter entstand um 1780 – wurden von Wolfgang Amadeus Mozart besonders geschätzt, da ihre Mechanik eine schnelle Repetition, also den erneuten Anschlag, ermöglichten.

Giraffenflügel

Giraffenflügel

Christoph Ehrlich, Bamberg, um 1820

Der Giraffenflügel, von dem Bamberger Christoph Ehrlich um 1820 erbaut, bezeugt den (vergeblichen) Versuch, die klanglichen Qualitäten eines Hammerflügels mit der Platzersparnis eines Tafelklaviers zu verbinden. Namen gebend war die asymmetrische Form des aufgerichteten Resonanzkörpers.

Phonograph

Phonograph

Thomas A. Edison, Orange/USA, um 1910

Der Phonograph von Thomas A. Edison, 1877 patentiert, war das erste Gerät zum Abspielen aufgezeichneter Musikdarbietungen. In eine Wachsrolle eingeschnittene Rillen werden mittels einer Nadel als Schwingungen an eine Membran weitergegeben, der Trichter verstärkt den Klang.