Uhren und wissenschaftliche Instrumente

Im schönsten Ausstellungsraum des Altes Schlosses, einem Gewölbekeller, werden Prunkuhren der Renaissance und wissenschaftliche Instrumente aus vier Jahrhunderten gezeigt. Ein weiteres Kabinett ist Uhren gewidmet, die in besonderer Weise die Schwerkraft nutzen. Die Prunkuhren, die überwiegend der 1972/73 angekauften Sammlung Josef Fremersdorf entstammen, sind reich verziert. Die Gehäuse sind aufwändig aus vergoldetem Buntmetall und Silber gearbeitet. Gravierte Darstellungen, Bildreliefs und skulpturale Elemente machen die Uhrengehäuse zu komplexen Kunstwerken. Zahlreiche astronomisch-astrologische Indikationen an den Uhren belegen zudem die enge Verbindung von Zeitmessung und Sternkunde. Die wissenschaftlichen Instrumente umfassen die Bereiche Astronomie, Rechenkunst und Feldmessung. Eine eigene Vitrine ist den berühmten Instrumentenmachern Erasmus Habermel und Christoph Schissler gewidmet.

Automatenuhr

Automatenuhr „Strauß und Bär“

Augsburg, 2. Hälfte 16. Jh.

Diese Automatenuhr entstand Ende des 16. Jahrhunderts in Augsburg. Ihre Faszination besteht in den Bewegungen, zu denen die Figuren mittels eines Uhrwerks quasi animiert werden. In Betrieb rollt der Strauß mit den Augen und schlägt stündlich mit den Flügeln. Der Bär schlägt unter anderem die Trommel.

Tischuhr

Tischuhr

Hans Gruber, Nürnberg 1583

1583 bestellte der dänische König Friedrich II. bei dem Nürnberger Uhrmacher Hans Gruber eine „Reiseuhr“, die mit dieser Türmchenuhr Grubers zu identifizieren ist. Eine Sonnenuhr, die sich rückwärtig auf einer herausnehmbaren Seitenwand befindet, ist auf 57° Polhöhe – die geographische Breite Dänemarks – ausgelegt.

Tischuhr „Schiefe Ebene“

Tischuhr „Schiefe Ebene“

Deutschland, 17./19. Jh.

Bei dieser ungewöhnlichen Tischuhr rollt die gesamte Uhr kontrolliert eine schiefe Ebene herab. Der Lauf der Uhr wird von einer Spindelhemmung mit Radunruh und einem im Gehäuseinnern exzentrisch gelagerten Bleigewicht gesteuert. In der Ausstellung erläutert eine Computeranimation die Funktionsweise der Uhr.

Himmelsglobus

Himmelsglobus

Johannes Stöffler, Justingen, 1493

Der Himmelsglobus, vom Pfarrer und Astronom Johannes Stöffler aus Justingen 1493 signiert, gehört zu den ältesten erhaltenen Exemplaren dieser Gattung. Ein Himmelsglobus zeigt den von der Erde aus sichtbaren Sternenhimmel, wobei die Erde im Zentrum des Globus gedacht werden muss.

Rechenmaschine

Rechenmaschine

Philipp Matthäus Hahn, Kornwestheim, 1770/1774

Ab 1770 arbeitete der württembergische Pfarrer und Konstrukteur Philipp Matthäus Hahn an einer Rechenmaschine für alle vier Grundrechenarten. Dieses 1774 fertig gestellte Exemplar besteht aus einem Einstellwerk mit Stellstäbchen und daran gekoppelten Staffelwalzen sowie einer zentralen Kurbel mit Zählwerken.