Arbeitswelten

Die enormen Veränderungen der Arbeitswelt in den vergangenen 200 Jahren werden in den Geräten, Produkten und Arbeitsplätzen aus Landwirtschaft, Handwerk und Industrie erkennbar: Hausfrauenarbeit ist ein Beispiel. Hier kamen im 20. Jahrhundert die kleinen „elektrischen Helfer“ auf, die Dienstmädchen verschwanden. Eine Fabrikszenerie lässt ahnen, unter welchen Bedingungen die modernen Massen-Waren produziert wurden. Gegenüber gestellt: eine völlig authentisch erhaltene Schreinerwerkstatt. Es gibt im Museum die Tasche einer Störschneiderin. Sie ging durch die Dörfer, nähte und flickte. Und es gibt die Küche, an deren Tisch ein Dorfbüttel in den 1930er Jahren sein Haushaltsbuch geschrieben hat. Wenig einträglich war sein Job, wenn er seine Dorf-Rundgänge machte und Ankündigungen auszuschellen hatte.

Handwerker-Werkstatt

Handwerker-Werkstatt und Fabrik


Zwei Arbeitsplätze stehen sich gegenüber: in der Fabrik wird an jedem Arbeitsplatz ein Arbeitsgang durchgeführt und das Werkstück wandert weiter. Anders beim Handwerker: dort folgen alle Arbeiten aufeinander, am gleichen Ort.

Kaufmannsladen

Kaufmannsladen in der Kleinstadt


Den Wandel am Arbeitsplatz des Kleinstadt-Händlers dokumentiert ein Laden aus Neuenstadt/Kocher. Die Ladenmöbel aus dem 19. Jahrhundert sind bestückt mit der Vielfalt der Produkte, die bei seiner Auflösung 1982 noch verkauft wurden.

Haushaltshelfer

Die neuen „elektrischen Helfer“ für die Hausarbeit


Industriearbeit war zu Beginn des 20. Jahrhunderts oftmals besser bezahlt als ein Dienstmädchenjob. Die Elektrogeräteindustrie sah die Lücke und bot vielerlei Gerätschaften an, die der „neuen Hausfrau“ helfen konnten.

Arbeitsplatz Küche

Arbeitsplatz Küche – Wohndokumentation 1978


Die Küche war in dieser Familie seit den 1920er Jahren mit dem neuen Herd zum Hauptwohnraum geworden. Hier wurde gearbeitet, gegessen, gewaschen und gebadet. Der Küchentisch war das „Büro“ des Dorfbüttels und der Esstisch der Familie.

Schlachter

Schlachter bei der Arbeit auf dem Zunft-Tischzeichen der Metzger von Ulm (?)

Septimus Rommel, Anfang 19. Jahrhundert

Das Handwerk zur Zeit der Zünfte war wohl organisiert und über Gesetze geregelt. Vielerlei Rituale und Symbole festigten die zünftische Art des Wirtschaftens, ihre Art der Ausbildung und beruflichen Karriere vom Lehrling bis zum Meister.