Glaube & Frömmigkeit

Zeugnisse katholischen und protestantischen Glaubens gehören zum wesentlichen Bestand der volkskundlichen Sammlungen und belegen die Vielfalt kirchlicher Feste und Bräuche und nicht zuletzt alltäglichen religiösen Lebens. Der gläubige Mensch umgibt sich mit einem System von Bildern und Zeichen, das die Einbindung in seinen Glauben demonstriert und Hinweise auf seine Konfessionszugehörigkeit gibt. Die jeweiligen Glaubens- und Frömmigkeitsvorstellungen werden sichtbar und dinghaft beispielsweise in Votivbildern, Hinterglasbildern oder Klosterarbeiten, die in Haus und Kirche aufgestellt oder aufgehängt wurden. Der Bestand alter, wertvoller Krippen, der 2006 erstmals wieder in einer Ausstellung im Museum der Alltagskultur - Schloss Waldenbuch gezeigt wurde, soll dort von nun an jährlich präsentiert werden.

Krippe unter Glassturz

Krippe unter Glassturz

Biberach, 1860er Jahre

Die ersten Krippen kamen um 1500 in Kirchen und Klöstern auf. Sie dienten der Andacht und Meditation. Im 19. Jahrhundert wurde die Krippe zum privaten, konfessionsübergreifenden Weihnachtsrequisit. Krippen in Glaskästen oder Papierkrippen zum Selberbasteln besaß fast jedes mittelständische Haus.

Marienkrönung

Altaraufsatz mit der Darstellung der Krönung Mariens

Südl. Oberschwaben, 1769

In der katholischen Kirche kommt der Jungfrau und Gottesmutter Maria eine besondere Bedeutung zu. Ihre Verehrung spiegelt sich besonders in der Fülle der Mariendarstellungen wider, von ihrer Geburt und der Empfängnis über ihre Trauer unter dem Kreuz Christi bis hin zu ihrem Tod und ihrer Krönung im Himmel.

Evangelisches Andachtsbild

Evangelisches Andachtsbild: Der breite und der schmale Weg

Mitte 19. Jh.

Die Merkmale des Pietismus, wie ein ausgeprägtes Sündenbewusstsein, die Angst vor dem Jüngsten Gericht und die Hoffnung auf ein ewiges Leben, finden ihren stärksten Ausdruck in der Darstellung des „Breiten und schmalen Wegs“. Darauf wird der breite Weg der weltlichen Verführungen, der unweigerlich in das Verderben führt, dem entbehrungsreichen, aber auf das Heil ausgerichteten Pfad gegenübergestellt.