Grafik

Als große Zeit der Bilderwelt gilt das 19. Jahrhundert, an dessen Ende schließlich in jedem Haus Bilder zu finden waren. Neue Drucktechniken und ein weit verzweigtes Händlernetz machten dies möglich. Die grafische Sammlung dokumentiert Bildinhalte einer jeweiligen Zeit und stellt Fragen nach ihrer Distribution und Rezeption. Sie beinhaltet Andachtsbildchen, Fotoalben, Ausschnitte aus populären Zeitschriften, Guckkastenblätter, Lithografien mit Alltagsdarstellungen oder Darstellungen bestimmter Bevölkerungsgruppen.
Das Landesmuseum Württemberg übernahm im Jahr 1978 das Firmenarchiv des Schreiber Verlags in Esslingen. Neben den Ausschneide- und Modellierbogen und den Bogen zum Schreiberschen Papiertheater, umfasst der Bestand die Belegexemplare der Anschauungs- und Bilderbücher, die der Verlag in der Zeit von 1835 bis in die 1940er Jahre hinein, herausgegeben hat.

"Etwas von den Wurzelkindern"

„Etwas von den Wurzelkindern“

Sibylle von Olfers im J. F. Schreiber Verlag, 1906

Sibylle von Olfers wurde am 8. Mai 1881 auf Schloss Metgethen in Ostpreußen geboren. In ihrem zweiten Bilderbuch „Etwas von den Wurzelkindern“ entwickelte sie ihren unverwechselbaren Stil einfacher, kindgerechter Figuren und einer klaren natürlichen Farbgebung.

Papiertheaterbühne

Papiertheaterbühne zu Schreibers Kindertheater

Chromolithografie, Anfang 20. Jh.

In der umfangreichen Produktion des J. F. Schreiber Verlags in Esslingen spielte das Papiertheater eine untergeordnete Rolle. Dennoch war die Gesamtauflage beträchtlich und Schreibers Kindertheater avancierte unter den Käufern der damaligen Zeit zu dem Kindertheater schlechthin. Ausschlaggebend dafür waren die Qualität des Papiers, das bei der Herstellung Verwendung fand und die Vielzahl der Texthefte im Verlagsangebot.

Guckkastenblatt

Guckkastenblatt „Die Tuilerien in Paris“

Georg Balthasar Probst, Augsburg

Der Guckkasten wurde im 17. Jahrhundert erfunden. Kräftig kolorierte Kupferstiche, später dann auch Lithografien, wurden seitenverkehrt in den Guckkasten gestellt und über einen Spiegel betrachtet. Für ein paar Groschen konnte man in ferne Länder schauen. Man sah Plätze und Gebäude, Schiffsunglücke und Feuersbrünste genauso wie Fest- und Triumphzüge oder Geschichten aus der Bibel.

"Barockes Welttheater"

Zeichnung aus „Barockes Welttheater“

M. Daniel Pfisterer (1651–1728)

In seinen letzten Lebensjahren malte der Köngener Pfarrer Daniel Pfisterer in Aquarellfarben alles, was ihn in seinem Alltag umgab: Pflanzen und Tiere, Gebäude, seine Kirche, Werkzeuge, Kleider oder Szenen aus dem dörflichen Leben.