Kleidung

In der umfangreichen Sammlung der Kleidung wird der Bogen gespannt von der ländlichen Bekleidung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts über frühe Konfektionskleidung bis hin zu Beispielen der aktuellen Jugendbekleidungskultur, wie Baseball-Kappe oder Punk-Lederstiefel. Kleidung wärmt und verhüllt nicht nur, sie gibt Auskunft über Geschmacksvorstellung, Gesinnung und die Persönlichkeit ihres Trägers. Seit etwa einhundert Jahren konzentriert sich Ver-Kleidung auf die Zeit der Fastnacht, die in Württemberg vor allem in den katholischen Gebieten begangen wird. Eine Vielfalt bunter Fastnachtskostüme ergänzt die volkskundliche Textilsammlung und wird im Museum der Kleidung kontrastiv entgegengesetzt.

Bleyle-Knabenanzug

Bleyle-Knabenanzug

Stuttgart, 1920er Jahre

Die gestrickte Knabenkleidung, ein Markenartikel Bleyles, wurde 1912 als die „gesündeste und bequemste Kleidung der Gegenwart“ angepriesen und bot preiswerten und zugleich qualitätvollen Ersatz für den teuren, meist tuchenen Matrosenanzug der wilhelminischen Ära.

Tracht unverheirateter Betzinger Mädchen

Tracht unverheirateter Betzinger Mädchen

Betzingen, Ende 19. Jh.

Die Tracht der unverheirateten Betzinger Mädchen avancierte ab den 1840er Jahren zum Symbol für die Tracht in Württemberg schlechthin. Sie wurde unter anderem populär, weil sie ab den 1850er Jahren für Maler aus dem In- und Ausland ein beliebtes Motiv für Bilder idyllisch-heiteren Landlebens darstellte.

Larve des Schantle

Larve des Schantle

Oberndorf, 19. Jh.

Das „Schantle“ aus Oberndorf gehört zu den sogenannten „Weißnarren“, die heute im südlichen Württemberg sehr verbreitet sind. Charakteristisch sind die dreiteiligen weißen Kleider aus Leinen, die meist mit Ölfarbe bemalt sind. Dazu gehört in der Regel eine „Glattlarve“ (schöne lächelnde Maske) und häufig das „Gschell“ (umgehängte Glocken).