Warenwelten

Das Industriezeitalter ist voll davon: Werbung, Markenartikel, Warenzeichen und wunderschöne Warenverpackungen. Industrieprodukte müssen an den Mann, an die Frau oder an das Kind gebracht werden. Die Kunden wollen gelockt werden! Mit farbigen Sammelbildchen zum Beispiel, wie es Liebig’s Fleischextrakt schon seit den 1870er Jahren machte. Oder wie bei Salamander, einer schwäbischen Schuhfabrik, die mit Lurchi-Comics die jungen Kunden ins Fachgeschäft zog. Emailschilder und Plakate waren die wichtigsten Werbemittel fürs Freie. Die wunderschön bedruckten Kakao-Blechdosen verwendete man zuhause weiter und so blieb sogar die Werbebotschaft ständig bei den Verbrauchern präsent. Es lohnt(e) sich, in aufwändige Verpackungen zu investieren. Vorbei war die Zeit, in der das Mehl in eine beliebige Tüte abgewogen wurde.

Liebig-Sammelalbum

Liebig-Sammelalbum

um 1890

Farbig bedruckte Sammelkarten bekam die Kundin von Liebig’s Fleischextrakt geschenkt. Für Kinder der damaligen Zeit war so etwas höchst begehrenswert. Nicht nur die hohe Qualität des farbigen Drucks faszinierte, die Bildthemen brachten vielfältige Bildungsthemen in die Kinderzimmer.

Werbeplakat „Kessler Sect“

Werbeplakat „Kessler Sect“

Ende 19. Jh.

G. C. F. Kessler aus Esslingen war einer der bedeutendsten Industriepioniere Württembergs. Zunächst Prokurist bei der Veuve Cliqouot Ponsardin in Reims begann er 1826 „moussierenden Wein“ in Esslingen auszubauen.

Kakao-Dose „Suchard“

Kakao-Dose „Suchard“

um 1910

Wunderschön gestaltete Dosen reizen zum Kauf und wenn sie leer sind zum Weiterverwenden. Knöpfe konnten darin aufbewahrt werden und vieles mehr.

Emailplakat „NSU“

Emailplakat „NSU“

1920er Jahre

Scheunengiebel in gut einsehbarer Verkehrslage waren gespickt davon: Emailplakate oder Emailschilder waren auf Fernwirkung konzipiert und bestachen durch ihre farbliche Brillanz und enorme Wetterfestigkeit.

Lurchi-Relief-Figur

Lurchi-Relief-Figur

1960er Jahre

Wer Eltern in sein Fachgeschäft kriegen will, muss die Kinder locken. Salamander in Kornwestheim setzte hier neben anderem auf den Lurchi und seine Freunde, Comicfiguren für die es eigens Comic-Heftchen gab.