Keramik

Mit rund 4.500 Exponaten auf etwa 2.000 Quadratmetern besteht seit Mai 2004 im Schloss Ludwigsburg eines der größten Keramikmuseen Deutschlands. Aus Porzellan, Fayence, Majolika, Steingut oder Steinzeug gefertigte Figuren, Nutzobjekte und freie Kunstformen vermitteln ein Bild der Kunstentwicklung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Einen bedeutenden Akzent setzt dabei die weltgrößte Sammlung an Ludwigsburger Porzellan. Von hohem landesgeschichtlichem Wert ist auch die italienische Majolikasammlung von Herzog Carl Eugen.
Hingegen spiegelt die Unikat-Keramik seit 1950 das Kunstschaffen aus sechs europäischen Ländern. Eine Dokumentation zu verschiedenen Keramiktechniken und eine professionell ausgestattete Werkstatt für Aktionen junger Keramikkünstler runden das Angebot ab.

Majolikaschale

Majolikaschale mit der Darstellung von Diana und Aktäon

Giambattista dalle Palle, Faenza oder Verona, um 1560

Der Italienliebe Herzog Carl Eugens von Württemberg (reg. 1744–1793) ist im Keramikmuseum ein eigener Raum gewidmet. Seine etwa 800 Stücke umfassende Sammlung italienischer Majolika des 16.Jahrhunderts – der zweitgrößte Bestand in Deutschland – befindet sich heute im Landesmuseum Württemberg.

Deckelterrine

Deckelterrine in Gestalt eines Truthahns samt Untersatzplatte

Fayencemanufaktur Höchst, zwischen 1748 und 1753

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts stand die Fayencekunst in ihrer Blüte. Neben höchst artifiziellen Rokokogeschirren behaupteten sich auf der luxuriösen Tafel auch getreu nach der Natur gebildete Gefäße wie diese etwa lebensgroße Deckelterrine in Gestalt eines Truthahns aus der Fayencemanufaktur Höchst.

Prunkvase

Prunkvase

Modell und Bemalung von Gottlieb Friedrich Riedel, Porzellanmanufaktur Ludwigsburg, um 1760–65

Mit mehr als 2.000 Stücken präsentiert das Landesmuseum Württemberg in seinem Keramikmuseum die größte Sammlung von Geschirr und Figuren aus der Porzellanmanufaktur Ludwigsburg. Zu den Höhepunkten zählt die eindrucksvolle Prunkvase mit Gitterdurchbruch und plastisch aufgelegten Blütengirlanden der Zeit um 1760–65.

Porzellanbild

Porzellanbild

Charles-Bernard de Billy, Paris, Königl. Porzellanmanufaktur Berlin, um 1880

Kalliope, die Beschützerin der erzählenden Dichtkunst, ist in einer 1849 in Sevrès entwickelten Porzellantechnik gemalt. Bei dieser aufwändigen Dekoration werden einzelne, meist 30 bis 40 Schichten übereinander gemalt. Der Stil ahmt den hochgeschätzten antiken Steinschnitt nach.


Hund I

Hund I

Freia Kurtz, Reutlingen, 1992

Um die große Bedeutung der Keramik für das Kunstschaffen der Gegenwart zu verdeutlichen, nimmt die Unikat-Keramik einen breiten Raum ein. Gezeigt wird der Übergang vom Nutzobjekt zur autonomen Kunstform.