Mode

Mode als sinnfälligster Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen – das ist das Leitmotiv für die Präsentation europäischer Kleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts im Festinbau von Schloss Ludwigsburg. Etwa 700 originale Kostüme und Accessoires für Damen, Herren und Kinder veranschaulichen die vielfältigen Entwicklungen. Schwerpunkte des chronologisch und thematisch gegliederten Rundgangs bilden die höfischen Roben des Ancien Régime sowie die Chemisenkleider des Empire. Für die neuere Zeit verkörpern Kreationen unter anderem von Worth, Dior, Courrèges oder Mary Quant die zunehmende Bedeutung von Modedesignern.
Zur Information steht ein Audioguide mit Kinderprogramm zur Verfügung. Filme von Modenschauen sowie Beiträge über modische Exzesse ergänzen die 70 thematischen Einheiten der Schausammlung.

Damenschuhe

Damenschuhe mit zugehörigen Unterschuhen

um 1730

Kotschuhe oder Patten – so wurden die im 17. und 18. Jahrhundert gebräuchlichen Unterschuhe genannt. Mit ihnen schützten die Damen der Oberschicht ihre eleganten, mit Seidenstoffen bezogenen Absatzschuhe vor dem Schmutz der Straßen. Zudem boten die durchgehenden Laufsohlen Halt bei Unebenheiten.

Knabenanzug

Knabenanzug

Frankreich, um 1790

Auch im Zeitalter der Aufklärung wurden Kinder häufig noch wie kleine Erwachsene gekleidet. So entspricht der lange Schoßrock mit Umlegekragen der Herrenkleidung des Ancien Régime. Mit der langen Hose allerdings, die praktischerweise am Oberteil angeknöpft wird, kündigen sich schon kindgerechtere Lösungen an.

Unterkleid und Chemisen

Unterkleid und Chemisen

um 1810

Aus weißer Baumwolle gefertigte Kleider mit sehr hoher Taillierung bestimmten die Mode der Empirezeit. Da die Damen unter den durchsichtigen Chemisen mit Vorliebe hautfarbene Seide trugen, sprachen Zeitgenossen von der „Nackten Mode“. Eines der sehr selten erhaltenen Unterkleider ist im Modemuseum zu sehen.

Promenadenkleid

Promenadenkleid

wohl England, um 1867

Für diese Robe aus Seidenmoiré hat man sich neuester Erfindungen bedient: eines synthetischen Farbstoffs, eines mechanischen Webstuhls und einer Nähmaschine. Auch die Krinoline aus dünnen Stahlreifen, die den raumgreifenden Rock in Form hielt, war eine Errungenschaft des Industriezeitalters.

Lederjacke eines Punks

Lederjacke eines Punks

deutsch, vor 2003

Die Jacke ist von einem 1987 in Schwäbisch Hall geborenen Jugendlichen mit Aufschriften, Nieten, Feuerzeugteilen und Mercedesstern zu einem Punkoutfit aufgerüstet worden. Was hier noch als Ausdruck einer Gegenkultur gedacht war, hatte über Modedesigner längst Eingang in die bürgerliche Freizeitkleidung gefunden.