AAA | Drucken

 

Spielkartenmuseum

Deutsches Spielkartenmuseum
Schaudepot und Archiv

Alles rund im die Spielkarte in Leinfelden-Echterdingen

Das Deutsche Spielkartenmuseum beherbergt die größte öffentlich zugängliche Spielkartensammlung Europas. Spielkarten aus sieben Jahrhunderten und fünf Kontinenten sind hier zusammengetragen. Das Museum versteht sich als Informationszentrum „Rund um die Spielkarte“ wozu unter anderem eine Spezialbibliothek, eine Grafiksammlung, Gegenstände des Kunstgewerbes sowie Druckstöcke, Kartenpressen, Gläser und Textilien gehören. Zu den besonderen und einmaligen  Schätzen zählt die asiatisch- indische Sammlung. Sie gilt als die schönste und umfassendste Welt weit .

Die Spielkarte ist sowohl historischer als auch moderner Alltagsgegenstand, an dem unsere Geschichte sehr anschaulich wird. Darüber hinaus ist sie Ausdruck künstlerischen Schaffens und kultureller Identität sowohl national als auch international.


Ausgewählte Objekte

Eichel-Unter, Deutsches Blatt, „Stukeley-Typus“

Eichel-Unter

Deutsches Blatt, „Stukeley-Typus“
Mitte 16. Jahrhundert, Nürnberg  Der Eichel-Unter ist farbig koloriert und gut erhalten, da er sich als Makulaturbogen in einem Bucheinband befand. Der schablonierte Holzschnitt auf Pappe aus mehreren  Schichten wurde 1869 in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel aus dem Deckel eines Bandes von Martin Luther: „Sermon von dem ehelichen Standt, geprediget im Jahr 1519, Leipzig“, gelöst. 1953 gelangten die 28 Karten, teilweise fragmentiert, in den Bestand des Deutschen Spielkartenmuseums in Bielefeld. Die Lokalisierung der Karten nach Nürnberg ist eine Vermutung. Nürnberg war ein Zentrum der Produktion für diese Art Spielkarten.


Bayerisches Hochzeitszug-Tarock

Bayerisches Hochzeitszug-Tarock

 von Andreas Benedikt Göbl
nach 1765, München Das Hochzeitszug-Tarock zeigt die französischen Farbzeichen: Kreuz, Pik, Herz und Karo. Das 78 Blatt umfassende Spiel befindet sich noch im Original Lederetui. Der Kartensatz des Tarock setzt sich aus 56 Blatt des Vierfarbspiels, den Tarocken I-XXI sowie der Karte eines „Narren“ zusammen. Der Kupferstich auf Karton aus mehreren Schichten ist teilweise handkoloriert. Die Rückseite ist mit Rauten und Punkten als Muster in blau bedruckt. Fürstliche und adelige Personen veranstalteten „Bauernhochzeiten“. Die Listen der Teilnehmenden wurden 1719 bis 1765 vom Münchner Hof herausgebracht. Entsprechend sind die Zweizeiler unter den Figuren zu deuten.


Obst- und Gemüsequartett

Obst- und Gemüsequartett

Firma Bernhard Dondorf
um 1900, Frankfurt am Main Ein Quartett gruppiert vier Karten zu einer Art „Familie“. Im Obst- und Gemüsequartett werden diese Gruppen zum Beispiel aus Strunkfrüchten, Beerenfrüchten oder Knollengewächsen gebildet. Die Dondorf Produktion war außer qualitätvollen Standard Kartenspielen reich und vielfältig an Gesellschaftsspielen für Kinder. Dazu gehörten auch Deutsche Kinderlieder, Frage- und Antwortspiele oder Der Schwarze Peter. Die Spiele wurden auch für den Export nach Holland, Belgien und Frankreich hergestellt.


Mogul Ganjifa

Mogul Ganjifa

20. Jahrhundert vor 1977
Indien (Rajasthan?) Das Mogul Ganjifa ist das in Indien weitest verbreitete Kartenspiel. Es besteht aus 8 verschiedenen Farbzeichen zu je 12 Karten. Die runde Form ist das zunächst ungewöhnlichste Merkmal. Die Farbzeichen zeigen stark stilisierte Gegenstände, die der Kartenfarbe den Namen geben. Hofämter liegen der ursprünglichen Bedeutung der Ganjifa-Symbole und ihren Zeichen zugrunde. Jede Kartenfarbe hat zwei Figurenkarten, den König (Mir) und den Minister (Wesir), sowie 10 Zahlenkarten. Der König sitzt meist auf seinem Thron, der Minister hingegen reitet auf einem Pferd, Kamel oder Ochsen. Die Farbzeichen stammen aus der Reihenfolge „Safed“ (Hofamt: Prägeanstalt für Silbermünzen).