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Provenienzforschung

Orpheus-Uhr, vermutlich 1560/ 1570, Inv.Nr. WLM 1973-136

Die Provenienzforschung am Landesmuseum

Kunst und Kultur und ihre Provenienz

Im Landesmuseum Württemberg werden die Bestände der Abteilung Kunst und Kultur auf ihre Provenienzen hin untersucht. Die Recherchen werden eingespeist in die interne Dokumentation des Bestandes. Sofern die Provenienzforschung zu dem Ergebnis führt, dass sich unrechtmäßig erworbenes Kulturgut im Hause befindet, wird das entsprechende Objekt auf der Website der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste und unter Geklärte Fälle veröffentlicht. Im Einzelfall werden auch Erben gesucht und angesprochen.


Miniaturgruppe

Neuester geklärter Fall

Miniaturgruppe

Die Miniaturgruppe befindet sich seit 1996 als Leihgabe im Landesmuseum Württemberg und wurde 2006 dem Museum als Geschenk überlassen.
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Aufgabe der Provenienzforschung

Die Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Herkunft der Kunstwerke. Sie konzentriert sich dabei insbesondere auf die Zeit von 1933 bis 1945 und prüft, ob in dieser Zeit möglicherweise ein aus heutiger Sicht unrechtmäßiger Besitzwechsel stattgefunden hat.

Die Provenienzforschung an den Museen ist ein sehr junger Forschungszweig. Im Dezember 1998 wurden auf der „Holocaust Era Assets“ Konferenz in Washington 11 Prinzipien über den Umgang mit „Raubkunst“ verabschiedet. Die kulturellen Institutionen der unterzeichnenden Staaten, zu denen auch die Bundesrepublik Deutschland gehört, verpflichteten sich, ihre Bestände auf so genannte „Raubkunst“ hin zu überprüfen und gegebenenfalls eine „faire und gerechte Lösung“ zu finden, unabhängig von eventuellen juristischen Verjährungsfristen.

1999 bekräftigten die Bundesregierung, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände in der Berliner Erklärung diese Forderung, die seitdem als freiwillige Selbstverpflichtung allgemein anerkannt wird. Allerdings fehlten vielen Museen die finanziellen Mittel, um diese zusätzliche Aufgabe zu leisten.

2008 wurde deshalb die „Arbeitsstelle für Provenienzforschung“ mit Sitz in Berlin eingerichtet, die am „Institut für Museumsforschung“ angesiedelt ist und vom Bund finanziert wird. Mit Hilfe der „Arbeitsstelle für Provenienzforschung“ sowie des Landes Baden-Württemberg konnte 2009 eine Stelle für Provenienzforschung eingerichtet werden. Dr. Anja Heuß, die diese Stelle inne hat, arbeitet sowohl im Landesmuseum Württemberg als auch in der Staatsgalerie Stuttgart. Seit 2013 wird diese Stelle ausschließlich mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.