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Die Drei Grazien

Die Drei Grazien

Die Drei Grazien

Leonhard Kern (1588-1662)
Schwäbisch Hall
um 1640

In der Einleitung seiner Schrift über „Die Wohltaten“ stellt sich Seneca angesichts der Drei sich umarmender Grazien die Frage: „Was soll der Reigen der mit verschlungenen Händen sich immer auf’s neue zusammenfindenden Schwestern?“ und deutet sie als Allegorie der Wohltat, weil „die Wohltat, von Hand zu Hand gehend, dennoch immer wieder den Kreislauf zum Geber zurückmacht“.

Meist werden die Grazien so angeordnet, dass eine der Frauen dem Betrachter den Rücken zukehrt während ihn zwei anblicken, denn „die Wohltat, die wir geben, kehrt doppelt uns zurück.“ Mit der kreisförmigen Anordnung scheint Leonard Kern aber den von Seneca so herausgehobenen Fluss von Geben und Nehmen betonen zu wollen. Indes wird den Künstler wie den Käufer des Stücks nicht allein dieser moralische Aspekt gereizt haben. Die dreifache Wiederholung des nackten Mädchenkörpers – geschnitzt aus einem einzigen Stück Elfenbein – führt beispielhaft Kunstfertigkeit vor Augen und macht den erotischen Reiz der Darstellung aus.

Die Drei Grazien sind in der Schausammlung „LegendäreMeisterWerke“ zu sehen.

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