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Frühkeltische Radnabe

Die Rekonstruktion einer frühkeltischen Radnabe aus dem „Römerhügel“ bei Ludwigsburg

Die Rekonstruktion einer frühkeltischen Radnabe

Sensation im „Römerhügel“ bei Ludwigsburg

1877 stieß man beim Einbau eines Wasserhochbehälters im „Römerhügel“ bei Ludwigsburg auf ein überaus reich ausgestattetes „Fürstengrab“ der Hallstattzeit (8. bis 5. Jahrhundert vor Christus). Das Grab enthielt neben einem Halsreif aus Goldblech, einem Prunkdolch mit bronzeverzierter Scheide und einem aus mindestens vier Bronzegefäßen bestehendes Speise- und Trinkgeschirr auch einen vierrädrigen Wagen mit metallbeschlagenen Radnaben. Die Radnabe wurde in den folgenden Jahrzehnten nach den jeweils neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen mehrfach rekonstruiert.

Die Neurekonstruktion der Radnabe von 2006 unterscheidet sich dabei in mehreren Punkten von ihren Vorgängerinnen. Sämtliche Maßnahmen, einschließlich Klebungen und Montage, sind zum ersten Mal reversibel, das heißt, sie können jederzeit ohne Schaden für die Originale rückgängig gemacht werden. Die Rekonstruktion sollte keine Vollständigkeit vortäuschen: Es wurden nicht möglichst viele Fragmente montiert, sondern nur so viele, dass der Aufbau der Radnabe klar zu erkennen ist. Mit mattem Plexiglas wurde ein neutrales Trägermaterial gewählt, das zwar die rekonstruierte Form optisch nachvollziehbar macht, aber nicht den Anschein erweckt, zum Original zu gehören.

Die wenigen vorhandenen Holzteile von Naben und Speichen wurden wegen ihres fragilen Zustands keinen statischen Belastungen ausgesetzt und nicht in die Nabenrekonstruktion integriert. Das am besten erhaltene Holzfragment aus dem Mittelbereich einer Nabe und ein Speichenfragment wurden mit den zugehörigen Metallverkleidungen montiert, so dass an diesem Ausschnitt klar wird, wie sie ursprünglich zusammengebaut waren.

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