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Erd- und Himmelsglobus

Die Restaurierung von zwei Globen

"Himmel und Erde"

"Himmel und Erde" – die Restaurierung von zwei Globen
Erdglobus

Im Jahr 2004 konnte das Landesmuseum Württemberg einen Erd- und einen Himmelsglobus aus dem ehemaligen Zisterzienserkloster Salem erwerben. Im Beschriftungsfeld auf dem Erdglobus ist vermerkt, dass er in den Jahren 1792/93 für das Kloster Salem hergestellt wurde, der Erschaffer bleibt leider ungenannt. Bei endoskopischen Untersuchungen am Erdglobus konnte festgestellt werden, dass die Kugel hohl und nicht, wie zuerst vermutet, aus Holz gearbeitet ist; vielmehr besteht sie aus mehreren Lagen Papier, Jutefasern und einer dicken weißen Grundierung. Die Mittelachse ist durchgängig, an den inneren Enden der Achse gibt es weitere Metallverstrebungen, jedoch kein durchgängiges Gerüst.

"Himmel und Erde" – die Restaurierung von zwei Globen
Himmelsglobus

Als die Globen ins Landesmuseum Württemberg kamen, wiesen sie erhebliche Schäden. So waren die jeweils obere Hälfte beider Kugeln und die aus Papier hergestellten Kalendarien stark verschmutzt, was auf eine nachlässige Lagerung über einen sehr langen Zeitraum zurück zu führen ist. Beim Himmelsglobus kam hinzu, dass größere Teile des Kalendariums durch Wasserschäden verlorengegangen waren, in der unteren Kugelhälfte waren zudem großflächige Fassungsverluste entstanden. Beim Erdglobus wurde die Kugel gewaltsam gedreht, obwohl sie – nach Verlust der ledernen Abpolsterung – am Rand des hölzernen Gestells scheuerte. Dies hatte zur Folge, dass im Bereich des Äquators großflächige Fassungsverluste eintraten. Bei der Restaurierung wurde der Oberflächenschmutz auf den Kugeln und den Kalendarien mit einer milden Seifenlauge abgenommen. Die ursprüngliche Farbigkeit kam dadurch wieder zum Vorschein, die vergoldeten Sterne auf dem Himmelsglobus leuchten nun wieder. Kleinere Fassungsfehlstellen wurden gekittet und retuschiert, die großflächigen Verluste am Äquator des Erdglobusses lediglich der Umgebung entsprechend farblich eingetönt. Zum Schutz der Oberfläche erhielten die Kugeln einen dünnen Firnisüberzug. Die Holzgestelle wurden feucht gereinigt und mit Bienenwachs anfrottiert. Die Kalendarien wurden wieder auf der Unterlage befestigt. Auch die Metallteile wurden nur behutsam gereinigt, der Drehmechanismus ist wieder gangbar gemacht worden.

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