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Theaterbühne

Die Restaurierung einer barocken Theaterbühne mit der Inszenierung des Todes Marias

Die Restaurierung einer barocken Theaterbühne

Inszenierung des Todes Marias

Die barocke Theaterbühne mit der Inszenierung des Todes Marias im Kreis der zwölf trauernden Apostel, in einem bühnenartigen ansprechend dekorierten Innenraum, geschaffen Ende des 18. Jahrhunderts für die Wallfahrtskapelle Hohentengen bei Bad Saulgau, wies beklagenswerte Schäden auf. Abgebrochene Hände, Füße und Möbelbeine, verlorene Dekorationsteile, gesplitterte Spiegelfenster, eine klaffende Lücke in der Bühnenrückwand und eine Überarbeitung der Fassungsoberflächen im Jahr 1868 in einer für das 19. Jahrhundert charakteristischen, trüben Ölfarbfassung hatten die Gesamtwirkung sehr beeinträchtigt.

Von der farbenfrohen barocken Zusammenstellung durch Vergoldung, Farben und Lacke war kaum mehr ein Eindruck zu gewinnen.  

Ziel der Restaurierung war die Wiedergewinnung der sehr gut erhaltenen Erstfassung des gesamten Ensembles sowie eine Ergänzung fehlenden Dekors, soweit dies gesichert möglich war. In der Kombination aus chemischen Lösungsmitteln und feinmechanischer Freilegung unter mikroskopischer Vergrößerung gelang es in mehrjähriger Arbeit, die leuchtkräftige Erstfassung der dreizehn Skulpturen und des gesamten Interieurs des Bühnenkastens freizulegen. Profilleisten, Supraporten, Fenstersprossen und Spiegelgläser des Kastens sowie Giebelabschlüsse der dreibogigen Schaufront wurden schnitzerisch ergänzt und ablesbar gefasst, von den Skulpturen abgebrochene, jedoch vorhandene Extremitäten wieder angesetzt.

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