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Frühmittelalterliche Keramik

Frühmittelalterliche Keramik aus Dittigheim

Restaurierung frühmittelalterlicher Keramik

Fränkisches Gräberfeld in Dittigheim

In direkter Nähe von Tauberbischofsheim liegt der Ort Dittigheim. Hier wurden 1973 in einem damals noch unbebauten Gebiet am Ortsrand Gräber entdeckt und ausgegraben. Sie gehören zu einem weitgehend geschlossen fränkischen Gräberfeld. Bei dem 563 Gräber umfassenden Friedhof handelt es sich um einen der umfangreichsten Fundbestände der fränkischen Merowingerzeit in Mainfranken.

Die Restaurierung der Keramikgefäße aus den Gräbern erfolgt im Landesmuseum Württemberg. Die Tongefäße liegen in sehr unterschiedlichem Zustand vor: Neben vielen in einzelne Scherben zerbrochenen Gefäßen sind etliche auf der Grabung zur Stabilisierung in Gipskapseln geborgen worden. Bei diesen noch mit Erde verfüllten Keramiken ist eine archäobotanische und zoologische Untersuchung der Erdfüllungen vorgesehen, um mögliche Hinweise auf die Speisebeigaben für die Toten zu erhalten.

Die Keramiken sind zum Teil außerordentlich fragil, was sowohl die Reinigung der Scherben erschwert als auch mitunter eine Festigung des Materials erfordert, bevor die Scherben wieder zu Gefäßen zusammengefügt werden können. Bei einigen Objekten ist festzustellen, dass Wassereinwirkung und Erddruck über die Jahrhunderte zu Deformationen des gebrannten Tones geführt haben und die Scherben dadurch nicht mehr zusammengefügt werden können.

Trotz der Herkunft aller Gefäße von demselben Gräberfeld ist die Variationsbreite der Formen sehr groß. Die teils handaufgebauten und teils scheibengedrehten Keramiken mit ihren unterschiedlichen Dekormerkmalen verweisen auf unterschiedliche Traditionen der bestatteten Bevölkerung und auf Handelsverbindungen.

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