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Deutsche Basslaute

Restaurierung einer Deutschen Basslaute

Bei der Übernahme der Deutschen Basslaute (Gitarrenlaute), die um 1920 in Süddeutschland oder Österreich gebaut wurde, war die Decke mehrfach gerissen, die Rosette wies drei Schwundrisse auf; der Kolophoniumlack war zum großen Teil milchig oder rissig, insbesondere zeigte er starke Beschädigungen im Wirbelkasten; am Korpus waren ebenfalls Schwundrisse festzustellen. Die Besaitung fehlte zu zwei Dritteln; ferner waren starke Korrosionsschäden an den Wirbeln und starke Verschmutzungen an den Zelluloidwirbelknäufen erkennbar; die Schneckengetriebe waren nicht gängig.

Die Vermutung, dass ursprünglich Darmsaiten verwendet wurden, konnte auf Grund der historisch belegten Stimmung von 435 Hz (F1 - G1 - A1 - H1 - C - D - E - A - d - g - h - e1), der gegebenen Mensur und nicht zuletzt den vorgefundenen Bohrungen der Wirbel widerlegt werden. Dies hätte bedeutet, dass eine Darmsaite (F1) einen Durchmesser von mehr als 4 mm haben müsste; der maximale Durchmesser der Bohrungen der Wirbel betrug jedoch lediglich 2,1 mm. Umsponnene Saiten waren aus dem Klavierbau bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts bekannt.

Bei der Restaurierung dieses Instruments wurden folgende Maßnahmen durchgeführt: Auspanen von Schwundrissen, Reinigen der Oberflächen von Korpus und Decke und Regenerieren des Lackes, Leimen der Rosette, Instandsetzung der Mechanik und Besaitung durch silberumsponnene Saiten beziehungsweise blanke Saiten im Diskant.

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Restaurierung einer Deutschen Basslaute (Gitarrenlaute)