Wohnstube
Siegelsbach,
Ende 19. Jh. bis Mitte 20. Jh.
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Wohnen tut jeder - irgendwie: ob im reich dekorierten Kinderzimmerparadies, zur möblierten Untermiete oder in Wohnlandschaften des Homing-Zeitalters. In der Möblierung von Lebensräumen drücken sich herrschender Geschmack und persönliche Vorlieben aus, gesellschaftliches Selbstverständnis aber auch finanzielle Möglichkeiten - vor dem Hintergrundrauschen des allgemeinen Wandels von Gesellschaft, Wirtschaft und Technik.
Bemalte Möbel des 18. und 19. Jahrhunderts finden ihr Gegenüber in industriell gefertigten Möbeln und Wohnaccessoires unserer Tage. In den alten Möbeln spiegeln sich noch Kulturlandschaften, in authentischen Wohnensembles so etwas wie „wirkliches Leben“. Wärme und Licht werden als basale Lebensbedürfnisse vorgestellt, dekorativer Wandschmuck und Nippes als mehr denn Ausdruck kulturindustrieller Verwertungsinteressen.