Gesprochene Antike 17.01.2023

Uhrzeit

18:00 Uhr  

Eintritt

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Reinhold Würth Saal im Alten Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

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Gesprochene Antike - Unbeherrschte Säufer als Herrscher der Welt?

Philipp II. und Alexander III. von Makedonien beim Symposion 

„Dem Wein waren Philipp und Alexander nur zu sehr verfallen, aber die argen Folgen der Trunkenheit zeigten sich auf ganz verschiedene Weise: Der Vater pflegte stracks vom Gelage weg gegen den Feind anzustürmen, […] Alexander wütete dagegen nicht gegen den Feind, sondern gegen die eigenen Leute. Deshalb entließen die Schlachten Philipp oft verwundet, Alexander ging hingegen oft als Mörder seiner Freunde vom Gelage weg.“ (Just. 9,8,15) 

Philipp II. und sein Sohn Alexander III. haben Makedonien mit kluger Politik und militärischer Stärke zuerst zur Hegemonialmacht über Griechenland und dann zu einer „Weltmacht“ geformt. Doch sind sich fast alle literarischen Quellen darüber einig, dass Philipp und sein Sohn, ja sogar alle Makedonen unmäßig und unbeherrscht im Genuss waren. Unmäßige Säufer sollen sie gewesen sein. Für die Gegner der beiden makedonischen Könige ein Zeichen dafür, dass beide – war doch Beherrschtheit eine Tugend der Herrscher – wenig zur Herrschaft geeignet schienen. Der Vortrag und die gelesenen Texte kreisen um die Frage, ob es sich bei dem Vorwurf Philipp, Alexander und die Makedonen generell seien Säufer gewesen um einen Topos, ein Stereotyp handelt oder ob die makedonischen Trinksitten beim Gelage sich doch wesentlich von denen anderer Griechen unterschieden.  

Christian Winkle ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Sein Forschungsinteresse gilt der antiken Geschichte Italiens und der römischen Republik, der Sportgeschichte sowie der politischen Rede und Oratorik.

Die Reihe "Gesprochene Antike"

Altertums-Wissenschaftler präsentieren die Macht des Wortes und der Rede – große klassische Werke und Autoren, wie auch weniger bekannte Texte zu unterschiedlichen Themen aus der griechischen und römischen Antike. Mitglieder des Sprecherensembles der Akademie für gesprochenes Wort stellen ausgewählte Texte in einer Lesung vor. Die seit 2012 bestehende Reihe »Gesprochene Antike« ist eine Kooperation der Abteilung Alte Geschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart und der Akademie für gesprochenes Wort, seit 2015 wird sie auch durch das Landesmuseum Württemberg unterstützt. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.