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Gesprochene Antike 17.07.2020

Uhrzeit

18:00 - 19:00 Uhr  

Eintritt

Eintritt frei

Ausstellung

Haus der Musik im Fruchtkasten, Schillerplatz 1, 70173 Stuttgart

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Die 'Zivilisierung der Barbaren': Debatten um kulturellen Wandel im Römischen Reich

Das Imperium Romanum war ein multikulturelles und multiethnisches Gebilde. Dominant waren dabei jedoch schon aus politischen Gründen die römisch-lateinische und – in gewissem Umfang – griechische Kultur und Sprache. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass nicht erst heutzutage, sondern bereits vor rund zweitausend Jahren intensive Debatten um die Wünschbarkeit, Umsetzbarkeit und mögliche Konsequenzen kultureller Anpassung als fremd empfundener Menschen geführt wurden (bzw. werden). Für manche Denker ergab sich aus diesen Fragen sogar eine Art historischer Mission – so sprach etwa der ältere Plinius davon, dass Italien von der Macht der Götter ausersehen sei, „zerstreute Reiche zu vereinigen, die Sitten zu mildern, die ver­­schiedenen und rohen Sprachen so vieler Völker durch sprachlichen Austausch zu gemeinsamer Um­gangs­­­sprache zusammenzuführen, dem Menschen Zivilisation zu geben, kurz, das eine Vaterland aller Völ­­ker auf dem ganzen Erdkreis zu werden“ (Naturalis Historia, 3,39). Andere Autoren betonten dagegen vielmehr die angeblich prinzipielle, unüberwindliche Minderwertigkeit der sogenannten Barbaren. Diesen und weiteren einschlägigen Zeugnissen aus verschiedenen Genres der antiken Literatur soll der Vortrag nachspüren.


Dr. Jonas Scherr ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Seine Forschungsinteressen gelten der römisch-lateinischen und griechischen Geistes- und Literaturgeschichte, den ›Randbereichen‹ der antiken Mittelmeerwelt sowie – in methodischer Hinsicht – der Epigraphik.