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Podium: Alles eine Frage der Trachten-Mode? 12.11.2020

Uhrzeit

19:00 - 20:30 Uhr  

Eintritt

7 € / ermäßigt 5 €; Tickets im Online-Ticket-Shop und über die Museumskasse erhältlich

Adresse

Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

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Alles eine Frage der Trachten-Mode?

Von „Echten Trachten“, dem „Wiesn-Wasndirndl“ und der Trachtenbegeisterung

Die Landesstelle für Volkskunde im Dialog

Tracht kommt von Tragen. Damit wurde im 18. Jahrhundert Kleidung im Allgemeinen bezeichnet. Sie gab Auskunft über Amt, Stand, Wohlstand, Armut, Konfession und Territorium. Heute wird unter Tracht ein nach mehr oder weniger strengen Richtlinien gefertigtes Kleidungsensemble gesehen, dem Unveränderlichkeit und große Dauer (Tradition) zugeschrieben wird. Das Tragen von Tracht wurde zum Ausdruck von Zugehörigkeit, lokaler Verortung und Heimatliebe.

Bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest gilt Tracht mehr denn je als angesagt und den Dirndl-Phantasien sind kaum Grenzen gesetzt. Letztere unterscheiden sich jedoch grundsätzlich von ihren historischen Vorbildern, die vor allem Medium der Identitätskonstruktion sind. Denn Tracht ist nicht nur ein Stück Stoff, sondern auch Teil eines Zeichensystems. Wer Tracht trägt, tut dies aus bestimmten Gründen. Mit Tracht ist auch Macht verbunden bis hin zu ihrer Ideologisierung als „Gesinnungskleid“. Sie unterstreicht nicht zuletzt auch den zweigeschlechtlichen Gegensatz von Mann und Frau und macht Geschlecht.

In dieser Podiumsdiskussion wird den unterschiedlichen Dimensionen des Themas nachgegangen. Wissenschaftler*innen, Trachtenpraktiker*innen und Trachtenexpert*innen geben Einblicke in ihren „Trachtenalltag“ und diskutieren miteinander über historische und gegenwärtige Umgangsformen und Sichtweisen mit Tracht.