Musikinstrumente

Wegen kurzfristig anberaumter Sanierungsmaßnahmen im Haus der Musik sind diese Patenobjekte leider erst ab 2023 wieder vor Ort zu sehen.

140 | Militärposaune mit Drachenkopf (Buccin)
Duarry, Barcelona, um 1820

Ausgehend von einem altrömischen militärischen Signalinstrument, der Bucina, wurde der Buccin während der Französischen Revolution für die Militärkapelle entwickelt. Ein farbig bemalter Drachenkopf an der gebogenen Stürze war sein typisches Markenzeichen. Diese Art von Tenorposaune hatte einen variationsarmen Klang – seine musikalischen Möglichkeiten waren ohnehin seinem Aussehen untergeordnet. Gegen 1830 kamen diese Instrumente aus dem Gebrauch.

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141 | Querflöte
Theobald Böhm, München, 1854

Diese Flöte aus Silber stammt aus der Münchner Werkstatt von Theobald Boehm (1794–1881), dem Erfinder der modernen Querflöte. Im Gegensatz zu den früheren konischen Flöten schuf er eine zylindrische Bohrung, in der die Verteilung der Löcher eine reine Intonation erreicht. Dazu entwickelte er ein ausgeklügeltes Klappensystem, das das Spielen in allen Tonarten erleichtert. Das Boehm-System fand auch Verwendung in anderen Instrumenten, vor allem in der Klarinette.

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142 | Klarinette in B
W. Schiele, Stuttgart, um 1800

Die fünfklappige Klarinette war ein sehr verbreitetes Modell seit dem späten 18. Jahrhundert. In der Klassikperiode wurde die Klarinette sehr populär im Orchester und als Soloinstrument dank ihres großen Tonumfangs und ihrer dynamischen Bandbreite. Dieses Stuttgarter Instrument aus Buchsbaum mit Hornringen stammt aus einem oberschwäbischen Kloster.

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143 | Lyragitarre
Frankreich, um 1800

Die Lyragitarre ist ein Instrument der Klassik und Romantik, die hauptsächlich von Frauen gespielt wurde. Besonders in Frankreich, Deutschland und England war sie sehr in Mode. Ihr*e unbekannte*r Erfinder*in ließ sich von den Darstellungen der antiken Kithara inspirieren. Mit ihrer dekorativen Form diente sie einer ästhetischen Funktion, auch wenn sie klanglich nicht immer befriedigend war.

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144 | Neapolitanische Mandoline
Antonio Vinaccia, Neapel, 1780

Die Mandoline erfreute sich im 18. Jahrhundert in regional unterschiedlichen Bauformen großer Beliebtheit. Die neapolitanische Version hat vier Doppelsaiten mit derselben Stimmung wie die Violine (g–d‘–a‘–e‘‘). 

Die Familie Vinaccia baute besonders dekorative Instrumente. Dieses Exemplar ist mit Intarsien aus Schildpatt und Perlmutt sowie mit vierfarbigen Goldarbeiten ausgestattet, wofür eigens ein Goldschmied herangezogen wurde. Vermutlich wurde es für Königin Karoline von Österreich angefertigt. 

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145 | Nähkästchenklavier
Wien, 1809

In der Epoche des Biedermeier versuchten Klavierbauer, Hammerklaviere in Möbelstücke einzufügen und so näher an die bürgerliche Lebenspraxis zu bringen. Dieses Klavierchen war offenbar für die musikalische Betätigung gut situierter Damen gedacht, die sich während ihrer Näharbeit mit Klaviermusik unterhielten. Es ist mit vergoldeten Bronzebeschlägen und Intarsien verziert. Der Spiegel im Innendeckel ist flankiert von zwei bemalten Soldaten, die in die Zeit der Napoleonischen Kriege weisen.

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146 | Baritonsaxophon
Adolphe Sax, Paris, 1863

Das Saxophon kombiniert ein klarinettenartiges Mundstück mit einem konischen Metallrohr mit breiter Bohrung. Damit wollte sein Erfinder, der Belgier Adolphe Sax (1814–1894), ein zuverlässiges und klangvolles Bassinstrument für Militärkapellen und Orchester entwickeln. Ausgehend von der Ophikleide, einem tiefen Blechblasinstrument mit Klappen, erfand er um 1845 das Saxophon, dessen Klang von Komponisten wie Hector Berlioz hoch geschätzt wurde.

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147 | Englischhorn
Johann Heinrich Gottlieb Streitwolf, Göttingen, 
um 1830

Das Englisch Horn klingt eine Quinte tiefer als die Oboe. Der Schallbecher (sog. „Liebesfuß“) verleiht den tiefen Tönen ihr vokalähnliches „oh“-Timbre. Sein warmer und weicher Klang kann im Orchester häufig bei langen Solopassagen vernommen werden. Es eignet sich für lyrische Momente, häufig mit pastoralem Charakter. Der erfinderische Streifwolf (1779–1837) experimentierte mit verschiedenen Blasinstrumenten. Davon zeugt die ungewöhnliche Bauweise dieses Exemplars mit Unterstück in gewinkelter Form.

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148 | Jukebox Wurlitzer 1100
Design von Paul Max Fuller, North Tonawanda (New York), 1948

Die Jukebox 1100 der berühmten Firma Wurlitzer hat ein Plattenmagazin für 24 Schellackplatten (78 U/Min). Sie ist das erste Modell mit Tonarm des Cobra-Systems, was die Platten langlebiger machte. Die moderne Gestaltung mit abgerundeten Formen, entworfen von Paul Fuller, ist vom Flugzeug- und Automobildesign inspiriert. Die Front ist mit Aluminiumbeschlägen und einer Plexiglaskuppel versehen. Diese erinnert an die Rumpfnase der B-17 Bomber der US-Luftwaffe – daher ihr Spitzname „Bomber nose“.

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149 | Teetischklavier von Eduard Mörike 
Bernhard Klinckerfuß, Stuttgart, um 1840

Bei einem gemütlichen Treffen mit Familie und Freunden durfte die Musik im 19. Jahrhundert auch nicht fehlen. Dieses Teetischklavier, das der schwäbische Dichter Eduard Mörike bei sich zu Hause hatte, war eine geschickte und platzsparende Lösung für solche Anlässe. Der sechseckige Tisch verwandelt sich in ein Klavier mit aufklappbarem Deckel und einer ausziehbaren Tastatur. Solche Sonderformen waren eine Spezialität von Jean-Henri Pape, mit wem Bernhard Klinckerfuß in Paris gearbeitet hatte.

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150 | Viola d'amore 
Johann Stephan Thumhard, Straubing, 1783

Die Viola d’amore wurde im 18. Jh. vor allem in Deutschland und Italien als Soloinstrument und in Kammermusik eingesetzt. Dieses Exemplar hat sieben Spielsaiten aus Darm, die je nach Tonart umgestimmt werden konnten. Unter dem Griffbrett verlaufen mehrere Resonanzsaiten aus Metall, die dem Instrument seinen typischen Klang verleihen. Unverwechselbar ist auch die Bauform des Korpus mit flachem Boden, geschweiftem Umriss und schlangenförmigen Schalllöchern.

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151 | Clavichord
Süddeutschland, vor 1687

Dieses mit bunten Blumen verzierte Clavichord hat einen Tonumfang von vier Oktaven. Die mit Metallstäbchen (sog. Tangenten) angestoßenen Saiten erzeugen einen dynamisch sehr differenzierten, jedoch überaus zarten und leisen Ton. Bei gebundenen Clavichorden wie diesem werden Saiten gespart, indem manche Tangenten zwei benachbarte Töne anschlagen. Sie wurden für das Üben und Unterrichten verwendet. Laut dem grünen Zettel spielte es sein 14-jähriger Besitzer als Schüler im Kloster Hirsau ab 1687. 

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152 | Mailänder Mandoline
Norditalien, 18. Jh.

Diese zierliche Mandoline aus der Barockzeit in lautenartiger Form hat sechs Einzelsaiten – eine von vielen verschiedenen Ausführungen. Der Hals und der schalenförmige Korpus sind mit Dreiecksmuster bzw. Spänen aus Elfenbein und Palisander verziert. Auf dem Griffbrett sind eine Stadtansicht und ein Häuserensemble in Elfenbein eingraviert. Um den Hals sind noch Bünde aus Darm erhalten. Ihr raffiniertes Aussehen verweist auf den noblen Charakter der damals beliebten Lauteninstrumente. 

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153 | Biedermeiergitarre
Gennaro Fabricatore, Neapel, 1836

Die Gitarre wurde sehr populär zur Zeit des Biedermeier, nicht nur für die Liedbegleitung. Es entstanden viele Solowerke und Gitarrenschulen über das 6-saitige Instrument, das die frühere 5-chörige Gitarre mit Doppelsaiten ersetzte. Zu ihrer Verbreitung trugen Virtuosen wie Fernando Sor, Mauro Giuliani oder Luigi Legnani bei. Der Violinist Niccolò Pagagini spielte eine Gitarre von Fabricatore aus 1826. Dieses spätere Exemplar ist mit Blumen und Blättern aus Perlmutt bzw. Ebenholz verziert.

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154 | Tafelklavier 
Johann David Schiedmayer, Erlangen, um 1785

Entscheidend für die Popularisierung des Fortepianos war das Tafelklavier – ein erschwingliches Hausinstrument im Vergleich zum Hammerflügel. Dieses Instrument hat einen Tonumfang von fünf Oktaven (F1–f3) sowie zwei Kniehebel für Klangveränderungen: Dämpfung und Harfenzug (eine gegen sie Saiten abgesenkte, mit Fransen bezogene Stoffleiste). Konkurrierend mit der Signatur von J. D. Schiedmayer ist auf der Dämpferleiste die Urheberschaft von „Johann Gottfried Mahr […] in Wiesbaden 1801“ vermerkt.

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155 | Barockgitarre
Italien, 17. Jh.

Diese edle Barockgitarre ist mit Ebenholz- und Elfenbeineinlagen reich verziert. Zargen, Hals und Boden sind durchaus mit Rankenwerk geschmückt. Eine aufwendig gefertigte „versunkene“ Rosette aus Pergament dekoriert das Schallloch. Die 5-chörige Gitarre setzte sich um 1600 durch und wurde bis zum Ende des 18. Jh. gespielt. Zeitgenossin der Laute, wurde sie auch im Basso Continuo eingesetzt. Sie eignete sich besonders für rhythmische Tänze sowie für melodische und ornamentierte Improvisationen.

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156 | Doppelvirginal „Mutter und Kind“
Johannes Ruckers, Antwerpen, 1623

Dieses Doppelvirginal ist ein Meisterwerk von Johannes Ruckers (1578–1642), Mitglied der berühmtesten Dynastie von Cembalobauern. Das Modell „Mutter und Kind“ besteht aus einem großen Instrument (8‘) und einem kleineren Virginal, dem „Kind“ (4‘), das eine Oktave höher klingt. Die Tastaturposition der „Mutter“ rechts – ein sog. Muselar – erzeugt einen besonders grundtönigen Klang. Beide lassen sich einzeln, im Duett oder gekoppelt spielen, indem das „Kind“ auf das Hauptinstrument aufgesetzt wird.

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157 | Phonograph „Fireside” 
Thomas A. Edison, West Orange (New Jersey), um 1910

Thomas A. Edison meldete 1877 den Phonographen zum Patent an. Schon zuvor existierten Geräte, die mechanische Musik erzeugten, aber erst mit seiner Erfindung wurde die Musikaufzeichnung und ihre Wiedergabe möglich. Der Trichter leitet die Schallwellen auf eine Membran, sodass die an ihr befestigte Nadel die Schwingungen in eine rotierende Wachswalze einschreibt. Beim Abspielen gibt die Nadel diese Information wieder an die Membran weiter und der Klang wird durch den Trichter verstärkt. 

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158 | Hammerflügel 
Nannette Streicher (geborene Stein), Wien, 1814

Die Klavierbauerin Nannette Streicher (1769–1833) erlernte den Beruf von ihrem renommierten Vater Johann Andreas Stein. Ihre geschätzten Instrumente prägten das Klangideal der Wiener Klassik. Nannette und ihr Ehemann, der Stuttgarter Johann Andreas Streicher, pflegten eine enge Freundschaft mit Ludwig van Beethoven, der die Entwicklung ihrer Instrumente auch mitprägte. Dieser Hammerflügel mit 6 Oktaven (F1–f4) ist mit vier Pedalen (Dämpfung, Moderator, Fagottzug und Verschiebung) ausgestattet.

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159 | Cembalo 
Claude Labrèche zugeschrieben, Carpentras, um 1680

Dieses Instrument gehört zu den wenigen großen französischen Cembali des 17. Jh. noch im Originalzustand. Es hat zwei 8‘ Register im unteren und 4‘ im oberen Manual. Die Tasten aus Obstholz mit Elfenbein- und Ebenholzbelag, der Korpus aus Nussbaumholz und das Untergestell mit acht korkenzieherartig gedrehten Beinen sind von erlesener Qualität. Das große Gemälde am Deckel zeigt die Entwaffnung der Amoretten durch die Nymphen, das Bild über der Klaviatur eine Schankszene im niederländischen Stil.

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160 | Prunkflügel für die Pariser Weltausstellung
Schiedmayer Pianofortefabrik, Stuttgart, 1900

Gefertigt für ein „Württembergisches Musikzimmer“ auf der Pariser Weltausstellung 1900, gewann dieser Flügel mit reichen Verzierungen nach Entwürfen von Robert Knorr einen der 24 vergebenen Grands Prix der Weltausstellung. Die von der Firma Georg Wölfel ausgeführten Intarsien sind einzigartig: Ornamentale Einlagen aus Bronze, Messing, Lapislazuli, Perlmutt, Elfenbein, Ebenholz und diversen anderen Edelhölzern im Mahagonifurnier sind symbolisch um das Thema „Musik“ ausgerichtet.

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