CHRISTOPH 1515-1568. Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation

24. Oktober 2015 bis 3. April 2016

Christoph, der von 1550 bis 1568 regierte, zählt zu den bedeutendsten Herzögen Württembergs. Schon die Zeitgenossen schätzten ihn als Herrscherfigur, Reformer und Wegbereiter wichtiger Neuerungen in Württemberg. Er setzte die Reformation endgültig durch, förderte die Bildung und modernisierte die Residenz in Stuttgart. Seine konfessionellen, sozialen und politischen Vorstellungen fanden im gesamten evangelischen Europa Verbreitung: Die 1559 erlassene Große Württembergische Kirchenordnung diente von Skandinavien bis Slowenien als Vorbild.

Besonders in repräsentativen Bauwerken zeigt sich noch heute Christophs großes Selbstbewusstsein. Das Alte Schloss im Herzen Stuttgarts, das heute das Landesmuseum Württemberg beherbergt, wurde während seiner Regierungszeit zu einer prachtvollen Renaissance-Residenz umgebaut. Christoph ließ den Rittersaal in der Dürnitz, die Reitertreppe und die Schlosskirche, den ersten protestantischen Kirchenbau Württembergs, errichten. Auch die prächtigen Arkaden des Innenhofs entstanden auf seine Veranlassung.

Anlässlich seines 500. Geburtstags im Jahr 2015 widmete das Landesmuseum Württemberg dieser herausragenden Herrscherfigur eine große Ausstellung. Mit rund 250 Objekten – darunter internationale Leihgaben – zeigte sie die gewaltigen Umbrüche im Zeitalter der Reformation, die Christoph entscheidend mitbestimmte, ebenso wie die Lebenswelt des Renaissancefürsten: das politische Netzwerk, in dem er agierte, die Ausstattung seiner Schlösser, die Feste, die er feierte.